Jaffna – noch wenig beachtete Region im Norden Sri Lankas

Im äußersten Norden von Sri Lanka befindet sich die Halbinsel Jaffna, deren größte Stadt – die Hauptstadt der Nordprovinz – den gleichen Namen trägt. Jaffna ist eine geschichtsträchtige Lagunenstadt an der südlichen Küste der Halbinsel. Ab Beginn des 13. Jh. herrschten von hier aus über gut 400 Jahre die Könige von Jaffna über ihr Reich, das den Nordteil der Insel einnahm. Später lenkten Portugiesen, Niederländer und schließlich die Briten die Geschicke der Region, bevor die damals noch Ceylon genannte Insel 1948 ihre Unabhängigkeit erlangte. Der später vor allem im Norden über Jahrzehnte tobende Bürgerkrieg scheint im heute friedlichen Jaffna vergessen. Inzwischen findet man kaum noch Spuren dieser Zeit auf der Halbinsel, die Eisenbahn verkehrt wieder und man kann sich in der Region sicher fühlen. Jaffna bezaubert mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und einem auf Sri Lanka einmaligen Mix aus einheimischer Kultur mit der Indiens. Sri Lankas größtes hinduistisches Bauwerk befindet sich wenige Kilometer südlich des Stadtzentrums in Nallur, der früheren Hauptstadt des Königreiches Jaffna: die riesige Tempelanlage Nallur Kandaswamy Kovil. 948 gegründet, später mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, gehört sie heute zu Sri Lankas bedeutendsten hinduistischen Heiligtümern.

Dass es in Jaffna zahlreiche weitere Tempel gibt, verwundert kaum – die verhältnismäßig zahlreichen Kirchenbauten hingegen schon. Zu den eindrucksvollsten zählen die an italienische Architektur erinnernde St. James Church und die St. Mary’s Cathedral. Darüber hinaus beherbergt Jaffna Sri Lankas ältestes Priesterseminar St. Martins. Aus portugiesischer Kolonialzeit stammt das Fort von Jaffna, das die Niederländer später umfangreich umgestalteten. Die imposante Festung bietet ein eindrucksvolles Fotomotiv, ist aber nicht öffentlich zugänglich. Wer das Bauwerk so richtig gut ins Bild setzen möchte, dem gelingt das übrigens am besten vom Pannai-Damm aus. Ebenfalls sehr fotogen ist die weiße Jaffna Public Library, ein nach Wiederaufbau 2003 eingeweihtes Gebäude, das im Stil eines indischen Palastes gebaut worden ist. Abgesehen von schönen Bauten bietet Jaffna eine reizvolle Umgebung. Der Stadt vorgelagert befinden sich mehrere Inseln, die fast alle bequem über mit Straßen bebaute Dämme zu erreichen sind. Die größte von ihnen heißt Kayts und scheint mit ihrem verfallenen Fort eher verschlafen.

Wer aber auf der Suche nach einem richtig schönen Strand ist, findet an der Südküste den von Palmen gesäumten, recht kleinen Charty Beach mit weißem Sand. Von Pungudutivu aus die Fähre nehmen muss man, um auf das Inselchen Nagadeepa zu gelangen. Diese sehr heilige Insel beindruckt mit einigen besonderen Tempeln. So erinnert der verhältnismäßig kleine, weiße Purana Viharaya an den Besuch eines Buddhas und zieht ständig einheimische Pilger an. Der hinduistische Sri Naga Pooshani Amman Temple wiederum beherbergt mit der Nageswari Ambal Statue eines der Heiligtümer Sri Lankas. Ein anderer Tempel, zu dem sich ein Ausflug absolut lohnt, ist der Naguleaswaran Temple in Keerimali an der Nordküste der Jaffna-Halbinsel. Im nur wenige Meter vom Meer entfernten Heiligen Becken dieser sehr modern wirkenden Anlage darf man sogar baden. Ein Stückchen von Keerimali entfernt erreicht man den Dambakola Patuna Sangamiththa Temple – ein weiteres bedeutendes Heiligtum der Buddhisten Sri Lankas. Ganz gleich, wohin es einen auf der Halbinsel verschlägt, eine von Hunderten Tempelanlagen findet sich fast überall. Übrigens: In den Sommermonaten feiern die Einheimischen auf der Halbinsel Jaffna fast täglich bunte Tempelfeste, bei denen sie Außenstehende mit ihren faszinierenden Ritualen überraschen.

Provinz Yunnan in China – eine kleine besondere Welt für sich

Wilde Elefanten. Tropische Regenwälder. Schneebedeckte Berggipfel. Grüne Flusstäler. Unterschiedlichste Klimazonen und Höhenlagen. All das und vieles mehr bietet Chinas südwestliche Provinz Yunnan, die südlich von Sichuan an Myanmar, Laos und Vietnam grenzt. Meist muss man sich beim Besuch von Yunnan auf einige wenige Regionen beschränken. Denn zum einen nimmt die Provinz eine Fläche von rund 394.100 Quadratkilometern ein und ist damit wesentlich größer als Deutschland. Zum anderen gestaltet sich das Erreichen einiger Gegenden aufgrund der abgeschiedenen Lage in den Bergregionen der Ausläufer des Himalajas recht beschwerlich. Wofür man sich entscheidet, hängt letztlich davon ab, wo die individuellen Interessen liegen. Wer nur wenig Zeit mitbringt und sich besonders für die Kultur Asiens begeistert, ist in Dali gut aufgehoben. Der Autonome Bezirk mit der gleichnamigen Hauptstadt im mittleren Westen der Provinz ist Heimat zahlreicher nationaler Minderheiten, insbesondere des Volkes der Bai. Die Stadt Dali lag an der südlichen Seidenstraße und diente ab 750 für über 500 Jahre zahlreichen Dynastien als Hauptstadt ihres Reiches. Teile der begehbaren Stadtmauer überdauerten die Zeit ebenso wie vier prachtvolle Stadttore.

Bummelt man durch die Altstadtgassen, so fallen an den Häusern besonders die mit kunstvollen Schnitzereien versehenen Türen und Fenster auf. Etwa einen Kilometer nordwestlich von Dali befindet sich am Fuße des Cangshan eines der Wahrzeichen von Dali: die drei Pagoden, Überbleibsel des einstigen Chongshen-Klosters aus dem 9. Jh. Die im Stil der Tang-Dynastie errichteten Bauten stehen jeweils 70 Meter auseinander, die mächtige Mittelpagode erreicht eine Höhe von knapp 70 Metern. Ein Ausflug zu den „Drei Türmen des Chongshen-Tempels“ lässt sich gut mit einem Abstecher an den Erhai-See oder zu weiteren Tempelanlagen des Bai-Volkes verbinden. Ein anderes asiatisches Kleinod ist die Stadt Lijiang, einige Kilometer nördlich von Dali. Wenn inzwischen auch sehr touristisch geprägt, fasziniert die Altstadt dieses Hauptortes des Naxi-Volkes. Von duftenden Blumenbeeten gesäumte Kanäle, enge Gassen, an die sich die typischen Holzhäuser schmiegen sowie ungezählte Läden und Restaurants prägen dieses Viertel von Lijiang.

Vor den Toren der Stadt kommen Abenteurer auf ihre Kosten, denn mit der Tigersprungschlucht liegt eine der weltweit tiefsten Schluchten ganz in der Nähe. Etwa 3.900 Meter sollen es sein, die zwischen tiefstem und höchstem Punkt der rund 15 Kilometer langen Schlucht liegen. Wer sich für eine Wanderung entscheidet, braucht Kondition, erst recht, wer es bis auf den Grund schaffen will. Denn die ausgeschilderten Wege führen mal steil bergauf, mal ebenso steil bergab und am Ende über Leitern oder Hängebrücken. Klar, dass die atemberaubende Aussicht auf Wasserfälle und schneebedeckte Gipfel für diese Strapazen entschädigt. Ein weiteres Naturphänomen bekommt man im mittleren Osten von Yunnan zu sehen: den Steinwald Shilin. Gut 80 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Kunming – mit dem Bus etwa zwei Stunden entfernt – ragt eine Vielzahl bizarrer Gesteinsformationen auf, zwischen denen gut befestigte Wege entlangführen. Weitere Highlights der Hauptstadtregion sind das sogenannte Kulturdorf am Dianchi-Sees, das sich auf spannende Weise allen in Yunnan ansässigen Volksgruppen widmet, und der „Park des Goldenen Tempels“ am Berg Mingfeng, der neben dem sagenumwobenen Tempel auch zahlreiche historische Bauten und romantische chinesische Gärten beherbergt. Wer – mit etwas Glück – die Elefanten von Yunnan zu Gesicht bekommen möchte, sollte Jinghong im tropischen Süden als Reiseziel wählen. Etwa 50 Kilometer nördlich dieser Stadt liegt das „Tal der wilden Elefanten“, in dem neben Asiatischen Elefanten auch Pfauen und einige Affenarten leben.

Kirgisistan – Geheimtipp mit überraschend vielseitigen Landschaften

Inbegriff für den Orient ist für viele die Seidenstraße, die über mehrere Routen China mit dem Mittelmeer verband. Auch das heutige Territorium der Kirgisischen Republik, die im Südosten an China grenzt, durchquerte diese legendäre Handelsroute einst. Einst gehörte Kirgisien als Unionsrepublik der UdSSR an, ist aber seit 1991 unabhängig. Das zentralasiatische Land – auch als Kirgistan oder Kirgisistan bekannt – überziehen vor allem weite Steppen und schroffe Gebirgslandschaften mit fruchtbaren Tälern, mehreren Fünf- bis Siebentausendern und klaren Seen. Kirgisistans höchste Erhebung findet man im östlichsten Zipfel des Landes: Der auch als Pik Pobedy bekannte Dschengisch Tschokusu im Tien-Shan erreicht eine Höhe von 7.439 Metern und ist zugleich der mächtigste Gipfel dieses Gebirges in der Grenzregion zu China. Ein besonderes Naturhighlight lockt in diesem Gebirgszug mit dem Yssykköl. Seinen Namen, der sich ins Deutsche mit „heißer See“ übersetzen lässt, trägt dieser mit 6.236 Quadratkilometern Oberfläche größte kirgisische See nicht von Ungefähr. Denn dieser Gebirgssee friert niemals zu. Und das, obwohl sich ganz in der Nähe die längsten Gletscher außerhalb der Polarregionen befinden und die Umgebungstemperatur im Winter auf minus zwanzig Grad Celsius und weniger sinkt. Wer im Sommer in Tscholponata am Nordufer des Sees Station macht, kann bei herrlich warmem Wetter im See baden oder am schönen Sandstrand faulenzen.

Ganz in der Nähe der kleinen Stadt lockt bei Tscholpon-Ata eine Hinterlassenschaft der Skythen, die hier vermutlich zwischen dem 8. und 3. Jh. v. Chr. siedelten: Archäologen entdeckten etwa 2.000 Felszeichnungen, die Kamele, Pferde, Steinböcke und andere Tiere sowie Jagdszenen darstellen. Außerdem bekommt man Überreste einiger prähistorischer Monumente aus der gleichen Ära zu Gesicht, darunter Steinkreise und Grabanlagen. Ansonsten bietet sich die Umgebung des Sees, wie viele andere Regionen Kirgisistans auch, vor allem für ausgedehnte Trekkingtouren an. Vor allem die Gegend entlang der Südküste prägen steil abfallende Gebirgsketten des Tien-Shan mit üppig grünenden Hochgebirgstälern und weiten Hochebenen. Ein weiteres für Aktivurlauber sehr reizvolles Gebiet liegt rund 40 Kilometer südlich der kirgisischen Hauptstadt Bischkek – der Ala-Artscha-Nationalpark im Kirgisischen Alatau. Vom Wandern über Picknicken und Klettern bis hin zum anspruchsvollen Bergsteigen oder Eisklettern reichen die Möglichkeiten in diesem Naturparadies mit imposanten Schluchten, Flüssen, Gletschern und über 4.500 Meter hohen Gipfeln.

Mehr als 800 verschiedene Pflanzen- und rund 170 Tierarten sind in diesem Nationalpark heimisch, darunter Schneeleoparden, Sibirische Steinböcke, Murmeltiere und Braunbären. In der Hauptstadt der Kirgisischen Republik, die von 1926 bis 1991 den Namen Frunse trug, leben heute fast 900.000 Menschen. Entstanden aus einer an der Seidenstraße gelegenen Karawanenstation beherbergt Bischkek einige sehenswerte Bauten, allerdings kaum welche mit historischer Bedeutung. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen das aus weißem Marmor errichtete Regierungsgebäude am Ala-Too-Platz im Herzen der Stadt, die orthodoxen Kirchen Togolok Moldo und Dschibek Dscholu sowie die Moscheen Gogolja und Moskowskaja. Beim Stadtbummel stößt man zudem auf zahlreiche Geschäftsstraßen sowie viele gemütliche Restaurants und Cafés. Was auffällt, sind die ungezählten kleinen Kanäle und künstlichen Seen überall im Stadtgebiet. Rund 60 Kilometer östlich von Bischkek befindet sich der Ort Rot-Front (Bergtal), eines der wenigen Dörfer mit noch immer überwiegend deutschstämmiger Bevölkerung in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Ein kleines, im Schulhaus angesiedeltes Museum erinnert mit Landkarten und Fotos an die historischen Auswanderungen von Deutschen bis nach Zentralasien.

Südkorea – asiatischer Lifestyle, steinerne Zeitzeugen und viel Natur

Sucht man die Koreanische Halbinsel auf der Weltkarte, so ragt sie im Osten Asiens zwischen China und Japan wie eine Landzunge ins Meer. Die Republik Korea, wie das verbreitet als Südkorea bezeichnete Land offiziell heißt, nimmt den Süden dieser Halbinsel sowie einige vorgelagerte Inseln ein. Auf einer Fläche etwas kleiner als der von Irland begegnet man vielfältigen Landschaften, über viele Jahrhunderte geprägten Traditionen und einer facettenreichen Kultur. Das ostasiatische Land überrascht mit hypermodernen Millionenstädten wie Seoul, Busan oder Daegu ebenso wie mit historischen Orten wie dem Dorf Hahoe bei Andong oder der Hauptstadt des einstigen Silla-Königreiches Gyeongju. Doch nicht allein dieser Kontrast zwischen Tradition und Moderne macht den besonderen Reiz Südkoreas aus. Es sind vor allem die Einheimischen mit ihrer zuvorkommenden Gastfreundschaft und einem Lifestyle, zu dem Karaoke-Bars genauso selbstverständlich gehören wie buddhistische Tempel und Tee-Zeremonien. Wer Südkorea besucht, sollte viel Zeit mitbringen, um möglichst viele verschiedene Gegenden zu sehen. Mehr als nur idealer Ausgangspunkt einer Rundreise ist Seoul, Südkoreas gigantische Hauptstadt im Nordwesten des Landes. In der Metropolregion leben mehr als 25 Millionen Menschen – fast die Hälfte aller Südkoreaner.

Atemberaubend die von Wolkenkratzern geprägte Skyline der Metropole am Fluss Hangang. Faszinierend das Umland mit Berglandschaft und Tälern. Umwerfend auch, was man an Sehenswürdigkeiten, Kultur, Freizeit- und Shoppingmöglichkeiten oder Nachtleben geboten bekommt … Seit etwa 3000 Jahren besiedelt, finden sich in Seoul noch immer ungezählte steinerne Zeitzeugen. Zu den ältesten – und eher unscheinbarsten – gehören die Überreste einer Stadtmauer, die um 18 v. Chr. entstand. Ungezählte reizvolle Bauwerke aus verschiedenen Epochen zieren Seoul – zu viele, um alle zu besuchen. Wer eine möglichst große Auswahl der alten Paläste und Tempel sehen möchte, sollte sich auf eine geführte Tour oder eine Stadtrundfahrt einlassen. Auf jeden Fall zum Pflichtprogramm gehören die Tore Heunginjimun und Sungnyemun, die Paläste Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung, Deoksugung und Gyeonghuigung sowie die Tempel Jogyesa, Bongeunsa und Bongwonsa. Echter Hingucker sind außerdem die gotische Myeongdong Cathedral und die alte konfuzianische Akademie Sungkyunkwan.

In Seoul könnte man gleich mehrere Wochen verbringen, ohne sich auch nur eine Stunde zu langweilen. Denn es locken auch jede Menge Parks, der überdachte Freizeitpark „Lotte World“, Aussichtspunkte wie der „N Seoul Tower“, Märkte, Shoppingtempel und endlos lange Einkaufsstraßen, Theater und Museen aller Art. Ein ganz anderes Südkorea erlebt man dann beispielsweise ganz im Süden des Landes: Jejudo, gut 80 Kilometer vor der Küste. Koreas größte Insel ist etwa doppelt so groß wie Rügen und beherbergt im Zentrum den 1.950 Meter hohen, erloschenen Schildvulkan Halla-san, Südkoreas höchste Erhebung. Zudem verblüfft die üppig grüne Insel mit einigen besonderen Launen der Natur wie Asiens einzigem ins Meer fallenden Wasserfall und Lavatunneln, die von Menschenhand gegraben erscheinen. Auch einige der schönsten Strände des Landes ziehen sich die Ufer entlang, allen voran der Hyeopjae Beach. Zu den Highlights einer Südkorea-Rundreise dürfte außerdem Gangneung an der Ostküste des Festlandes gehören, und das nicht allein wegen des zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Vollmondfestes Danoje Anfang Juni. In dieser Stadt stößt man auf außergewöhnliche Museen wie das „Ojukheon Museum“ mit einem der ältesten original erhaltenen Holzbauten Südkoreas oder das „Chamsori Gramophone und Audio Museum“. Und einen tollen Strand gibt es in Gangneung natürlich auch – den Gyeongpo Beach.

Malaysia – zwischen unglaublichem Naturreichtum und asiatischer Kultur

Dichter Dschungel, bewaldete Bergketten, Mangrovensümpfe, weitläufige Ebenen und einsame weiße Strände. Dazu ein großes Inselreich mit Penang, Pangkor sowie den 99 Langkawi-Inseln vor der Westküste und Tioman, Redang, Perhentian sowie Rawa vor der Ostküste. Ein Reiseziel in Malaysia zu finden, ist gar nicht so einfach, denn das Land auf der Malaiischen Halbinsel und auf Borneo bietet überall faszinierende Landschaften, die zudem ungezählte seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Und dann gibt es in Malaysia auch noch einige überaus spannende Städte. Eine davon ist Kuala Lumpur, die Hauptstadt. Die 452 Meter hohen Petronas Twin Towers, bis 2003 die weltweit höchsten Gebäude, sind das weit über Malaysia hinaus bekannte Wahrzeichen der Stadt. Einen super Blick darauf ermöglicht die Besucherterrasse des Menara Kuala Lumpur Towers, mit 421 Metern Höhe Asiens zweithöchster Fernsehturm. Durch Kuala Lumpur zu bummeln macht Spaß, denn in der Metropole grünt und blüht es an allen Ecken und Enden. Es gibt riesige Einkaufscenter neben kleinen Läden, Restaurants aller Art und viele Cafés. Was besonders beeindruckt, ist das Nebeneinander unterschiedlichster Kulturen und Architekturstile. So findet man sehenswerte Plätze wie den Dataran Merdeka mit dem höchsten Fahnenmast der Welt und interessante Bauwerke wie den Königspalast, das Parlament oder Moscheen wie die 1908 errichtete Masjid Jamek und die 1965 fertiggestellte Masjid Negara.

Ebenfalls sehenswert sind in der malaysischen Hauptstadt der 1873 erbaute Sri Mahamariaman Tempel und die gotische St. Mary’s Cathedral, deren Grundstein 1894 gelegt wurde. Zu den interessanten Museen der Metropole zählen die National Art Gallery, das Nationalmuseum Muzium Negara, das Museum of Asian Arts und das im Sultan Abdul Samad Building untergebrachte Textile Museum. Neben Kuala Lumpur sollte man auch Malakka (Melaka) und George Town besuchen, zwei alte Handelsstädte an der Westküste des Festlandes, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Hier erlebt man nicht nur ein ganz besonderes Flair, sondern kommt auch der facettenreichen Kolonialgeschichte Malaysias auf die Spur. Auf ein Kuriosum trifft man in Teluk Intan, einer kleinen Hafenstadt im Perak-Delta: Hier steht ein schiefer Turm. Zwar ist dieses 1885 als Wasserspeicher errichtete Bauwerk mit 25 Metern nur halb so hoch wie der berühmte Torre pendente di Pisa, doch der Turm wirkt ähnlich schief. Wer sich für die Naturschönheiten Malaysias interessiert, kann sich in einem der insgesamt rund 70 Nationalparks, Naturschutzgebiete und -reservate auf Tour begeben.

So stehen in den Urwäldern des Nationalparks Belum Temenggor auf dem Festland die Chancen gut, einige der rund 300 hier vorkommenden Vogelarten zu entdecken. Im Nationalpark Taman Negara kann man mit etwas Glück Asiatische Elefanten, Leoparden, Affen, Perlenpfauen, Malaysia-Tiger, Schabrackentapire oder Sumatra-Nashörner beobachten. Viele der vom Aussterben bedrohten Arten schützt Malaysia auch auf der Insel Borneo in Nationalparks. Besonders lohnt sich ein Abstecher in eines der Orang-Utan-Rehabilitationszentren, die wie das in Semenggok Tiere aufpäppeln, um sie später wieder in die Wildnis zu entlassen. Bekannt ist Borneo zudem für Nationalparks wie den Gunung Mulu und den Kinabalu. Beide gehören wegen ihrer unvergleichlichen Artenvielfalt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Sehr artenreich präsentieren sich auch die Gewässer rund um Malaysia, in denen neben exotischen Fischarten unter anderem Delphine, Wale, Hammerhaie, Meeresschildkröten und Mantas heimisch sind. Wer statt zu tauchen oder mit dem Boot zu fahren lieber am Strand liegt, dem bietet Malaysia natürlich herrliche Küstenabschnitte – unter anderem an der Westküste der malaysischen Halbinsel sowie auf den Inseln Langkawi, Penang und Port Dickson.

Ulan-Ude – asiatisches Flair in der sibirischen Steppe

Als Asiens flächenmäßig größtes Land gilt mit rund 9,6 Millionen Quadratkilometern allgemein die Volksrepublik China. Doch eigentlich ist das Russland. Nur ein Viertel des um die 17 Millionen Quadratkilometer einnehmenden Staatsgebietes liegt auf europäischem Territorium. Östlich des Urals, der als natürliche Grenze zwischen Europa und Asien gilt, breitet sich der asiatische Teil Russlands auf mehr als 13 Millionen Quadratkilometern aus. Weit im Süden Russlands, nahe der Grenze zur Mongolei, gibt es eine Stadt, in der asiatische Kultur und Lebensart verwurzelt sind, wie in kaum einem anderen Ort im riesigen Land: Ulan-Ude, Hauptstadt der autonomen Teilrepublik Burjatien. Wer mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Peking reist, sollte hier durchaus für ein paar Tage einen Zwischenstopp einlegen. Denn dieser 1666 als Siedlung Udinskoje gegründete und 1775 als Werchneudinsk mit dem Stadtrecht versehene Ort bietet einiges an Eindrucksvollem. In der charmanten Stadt an der Uda leben rund 440.000 Menschen, die Mehrheit von ihnen Buddhisten. Diese Religion beeinflusste über die Jahrhunderte auch das Stadtbild, das sich von den meisten anderen Orten Russlands, deren Bewohner in der Mehrheit Atheisten oder orthodoxe Christen sind, stark unterscheidet.

Zwar gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Ulan-Udes der 7,70 Meter hohe und 42 Tonnen schwere Leninkopf – die weltweit größte Porträtbüste, gibt es einige unverkennbar in Sowjetzeiten errichtete Hotelbauten und auch Straßenzeilen voller traditioneller Holzhäuser oder repräsentative Villen aus der Zarenzeit – doch typisch russisch präsentiert sich Ulan-Ude trotz all dem keinesfalls. Zu den ersten Eindrücken gehören sicher das Aussehen der mit den Mongolen verwandten Burjaten und die ruhige Art, in der das Leben im doch etwas chaotisch wirkenden Ulan-Ude dahintreibt. Kleinbusse fahren in Dolmus-Manier hin und her, es duftet von Straßenständen nach frisch zubereiteten Fleischgerichten und in den Auslagen der Konditoreien verführt – akkurat aufgereiht – viel süßes Konfekt. Schnell kommt man vom Stadtzentrum zum Rimpoche-bagsha, einem buddhistischen Tempel, der auf einer Anhöhe am Stadtrand steht. Noch eindrucksvoller ist die buddhistische Klosteranlage Iwolginski Dazan, rund 25 Kilometer entfernt und mit dem öffentlichen Nahverkehr bequem erreichbar. Als religiöses Zentrum der Buddhisten Russlands entstand dieser eindrucksvolle Komplex ab 1945. Den besonders farbenprächtigen Haupttempel, geweiht der dreiäugigen Göttin Lchamo, bewachen Löwen- und Drachenfiguren.

Auf dem Areal befinden sich zahlreiche Stupas, weitere Tempel und andere Bauten, darunter die offiziell anerkannte Universität, die unter anderem traditionelle Fächer wie Philosophie, Astrologie und Medizin lehrt. Zudem sollte man einen Blick ins Museum werfen, das burjatische und buddhistische Kunst sowie diverse historische Exponate zeigt. Wer sich vorab anmeldet, bekommt außerdem eine Führung durch die Bibliothek mit ihrer imposanten Schriftensammlung sowie einer Auswahl burjatisch-buddhistischer Kunst und einigen Geschenken an das Kloster. Zum besonderen Erlebnis werden die von prunkvollen Zeremonien begleiteten Feste im Kloster, von denen es neben dem Neujahrsfest und dem Maidari Chural rund ums Jahr noch einige mehr gibt. Übrigens ist der Eintritt ins Kloster kostenlos, die Fotoerlaubnis hingegen nicht. Nicht versäumen sollte man, das „Ethnografische Museum der Völker Transbaikaliens“ zu besuchen. Wenige Kilometer vor den Toren der Stadt kann man in diesem liebevoll gestalteten Freiluftmuseum tief ins traditionelle Ulan-Ude der Ewenken, Burjaten und Semeiskije eintauchen. Für Hobbyarchäologen sicher noch interessant: die Grabungsstätte Iwolginsker Ringwallsiedlung am Stadtrand.

Myanmar – Pagoden, Tempel und schwimmende Dörfer

Es gibt in Asien zahlreiche Länder, in denen man bestimmte Regionen aus unterschiedlichsten Gründen besser meidet, andere aber ohne Bedenken bereisen kann. Ein solches Land ist Myanmar, vielen sicher noch als Burma oder Birma bekannt. Fast doppelt so groß wie Deutschland grenzt die südostasiatische Republic of the Union of Myanmar an Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand. Zudem zieht sich das Land über rund 2.800 Kilometer am Golf von Bengalen sowie der Andamanensee entlang. Hauptstadt von Myanmar ist seit 2006 Nay Pyi Taw (Naypyidaw). Die offiziell knapp eine Million Einwohner beherbergende Metropole unterscheidet sich in vielem grundlegend von allen anderen Städten im Land: Naypyidaw besitzt eine klare Struktur mit Vierteln zum Wohnen oder zum Einkaufen, mit Regierungsgebäuden oder Hotelbauten, mit akkurat angelegten Gärten und Verkehrsinseln. Historische Sehenswürdigkeiten, wie man sie in jeder Hauptstadt Asiens zuhauf findet, gibt es hingegen nicht. Kein Wunder, denn diese Stadt entstand komplett auf dem Reißbrett. Zu den sehenswerten Bauwerken gehört die 2009 eingeweihte Uppatasanti-Pagode, die in ihrem Äußeren der prachtvollen Shwedagon-Pagode von Yangon (Rangun) fast wie ein Zwilling gleicht. Das Innere lässt allerdings die Mystik vermissen, die Pagoden normalerweise innewohnt.

Es lohnt sich jedoch, mit dem Fahrstuhl zur Plattform hinaufzufahren und sich die Stadt von oben anzuschauen. Einen Abstecher wert ist in der modernen Hauptstadt vielleicht noch der Präsidentenpalast, auf dessen riesiges Areal mit mehr als 30 Gebäuden man von außen einen Blick werfen kann. Wer etwas ausspannen möchte, schaut vielleicht noch auf dem örtlichen Golfplatz, im Water Fontain Park oder im kleinen Zoo vorbei. Vielmehr bietet Naypyidaw dann aber nicht, sieht man von den guten Shoppingmöglichkeiten mal ab. Lediglich am Stadtrand findet man Holzhäuser in traditionell burmesischer Bauweise, Garküchen und Straßen, über die noch Ochsenkarren rumpeln. Viel mehr zu bieten hat hingegen Yangon im Süden Myanmars. Die Ursprünge der ehemaligen Hauptstadt und noch immer größten Metropole des Landes gehen auf das 5. Jh. v. Chr. zurück. Aus dieser Zeit sollen auch Teile der 98 Meter hohen, mit Blattgold überzogenen Shwedagon-Pagode stammen. Noch älter ist vermutlich die Sule-Pagode im Stadtzentrum, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Interessant ist Yangon auch wegen der großen Anzahl an Kolonialbauten, die unbeschadet die Zeit überstanden oder zwischenzeitlich saniert wurden.

Neben zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern findet man in der von Briten angelegten Altstadt auch verschiedene buddhistische Pagoden und hinduistische Tempel sowie Kirchen und Moscheen. Weit in der Geschichte zurückreisen kann man auch in Bagan, einige Kilometer nordwestlich von Naypyidaw. Über mehrere Jahrhunderte residierten in Bagan Könige, wovon heute unter anderem geschätzte 2.000 Tempel und Pagoden sowie zahlreiche andere historische Bauten zeugen. Bagan zählt nicht von Ungefähr zu den bedeutendsten archäologischen Stätten im südostasiatischen Raum. Buddhisten aus aller Welt pilgern zur Shwezigon-Pagode von Bagan, die zu den herausragenden unter Bagans ungezählten Pagoden gehört. Eher zu den Geheimtipps zählt hingegen die Dhammayzika-Pagode, deren Bauweise aus Ziegelsteinen recht ungewöhnlich ist. Ebenfalls in Staunen versetzt der weiße Ananda-Tempel mit goldener Stupa, in dem sich indische Architektur mit der Mon-typischen mischt. Außergewöhnliches bekommt man auch auf dem Inle-See nordöstlich Naypyidaws zu Gesicht, wo man in Holzbooten im See gelegene Dörfer, Märkte, Gärten und ein Kloster erreicht. In Myanmar kann man noch vieles mehr erleben: Badeurlaub an Traumstränden, Trekkingtouren oder Flusskreuzfahrten auf Ayeyarwaddy und Chindwin.

Rajasthan – Indiens prachtvolles „Land der Könige“

Mit einer Fläche von rund 3,3 Millionen Quadratkilometern gehört Indien zu den zehn größten Ländern der Welt. Entsprechend facettenreich präsentieren sich die verschiedenen Regionen dieses Landes – jede mit Eigenheiten, besonderen landschaftlichen Reizen, außergewöhnlichen Bauten und eigener Kultur. Sicher gehören die quirlige Hauptstadt Neu-Delhi und das weltberühmte Taj Mahal in Agra zu den beeindruckenden Stationen jeder Rundreise. Weiter westlich liegt der Bundesstaat Rajasthan. Mit einer Vielzahl an Palästen, Tempeln und Monumenten wird dieser indische Landstrich seinem Namen voll gerecht – denn Rajasthan bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „Land der Könige“. Kaum eine andere Gegend Indiens zeigt sich so farbenprächtig und ursprünglich wie diese. Auch landschaftlich ist Rajasthan mit seinen schroffen Gebirgszügen, Tälern, Wäldern, künstlichen Seen und der kargen Wüste Thar etwas Besonderes. Hier, wo mehr als 1.000 Jahre mächtige Maharadschas herrschten, entstanden gigantische Forts und luxuriöse Paläste, von denen viele die Zeiten überdauerten. Die Menschen Rajasthans pflegen zudem ihre besondere Kultur in der Hindu-Tradition der Rajputenkaste: Meist schnurrbärtige Männer tragen stolz ihren farbenprächtigen Turban, Frauen hüllen sich in prunkvolle Saris und legen auffallend viel Schmuck an, viele tragen sogar Piercings im Gesicht.

Und all das nicht nur während der traditionell bunten Umzüge zu Festtagen wie dem überall begangenen Gangaur-Fest, dem Kamelfest von Bikaner oder dem Elefantenfest von Jaipur, sondern im Alltag. Wer durch die Wüstenstädte im Nordwesten Indiens kommt, fühlt sich in die Märchenpracht aus den Erzählungen der Scheherezade versetzt. Und das immer wieder, bei jeder Tour. Denn was heute Rajasthan ist, waren einst souveräne Fürstentümer, rund 20 an der Zahl. Jeder Maharadscha baute seine Hauptstadt glanzvoll aus, ließ sich einen prächtigen Palast und eine Stadt mit allem Drum und Dran für sein Volk errichten, sicherte sein Reich mit einem Fort. So fährt man quasi von einer alten Hauptstadt zur nächsten. In der Altstadt von Jaipur, heute Hauptstadt des Bundesstaates, stößt man auf den besser als „Palast der Winde“ bekannten Hawa Mahal, der Teil des im Mogulstil errichteten Stadtpalastes mit immensen Kostbarkeiten, diversen Gärten und Höfen ist. Als Hauptstadt der Kachhawaha-Dynastie gelangte einst Amber zu Ruhm und Ehre.Rund zehn Kilometer nördlich von Jaipur zeugen von dieser Zeit Fort Jaigarh und der Anfang des 18. Jahrhunderts vollendete Palast, der heute zu den schönsten ganz Indiens zählt.

Eines der am besten erhaltenen Forts der Region findet man in Bikaner. Das Junagarh Fort beherbergt einige Paläste. Interessant auch der Rattentempel „Karni Mata“ von Deshnoke, rund 30 Kilometer südlich von Bikaner. Rajasthans größter Palast steht in Udaipur auf einem Hügel am Pichhola-See. Die knapp 250 Meter lange Fassade zieren zahlreiche Fenster, Türmchen und Balkone. Unbedingt besuchen sollte man in Rajasthan auch die hinreißende Karawanenstadt Jaisalmer. Die Fahrt dorthin dauert ein Weilchen und scheint angesichts der trostlosen Landschaft der Thar-Wüste trist. Doch taucht inmitten der Wüstenlandschaft die weithin sichtbare Festung von Jaisalmer urplötzlich auf dem Tafelberg am Horizont auf, ist das ein überwältigender Anblick. Die 1156 gegründete Stadt gehört zu den besonderen Kleinodien Rajasthans, nicht nur wegen des einer Stadt gleichenden Forts. Fast golden schimmern in der Sonne die aus Sandstein gebauten Havelis – palastartige Wohnhäuser reicher Kaufleute mit mehreren Etagen, deren Fassaden filigrane Steinmetzarbeiten zieren. Große Bedeutung erlangte Jaisalmer als Zwischenstopp der über die Seidenstraße ziehenden Kamelkarawanen. Auf deren Spuren kann man sich auf einer Kamelsafari begeben, die in Jaisalmer angeboten werden.

Insel Java – Traumlandschaften und spannende Zeitreisen

Eine der Hauptinseln Indonesiens ist Java, gelegen zwischen Sumatra und Bali im Herzen des Archipels. Die bevölkerungsreichste Insel der Welt beherbergt die Hauptstadt der Republik Indonesien – Jakarta – und fasziniert mit hinreißender Naturschönheit sowie kultureller Vielfalt. Regenwälder, Sümpfe, Vulkane, Savannen, Geysire, Strände und Seen – all das prägt die abwechslungsreichen Landschaften Javas. Dazu hinterließen frühere Herrscher und Bewohner überall auf dem zu den Großen Sundainseln zählenden Eiland ihre Spuren. In der Provinz Zentraljava, wenige Kilometer nördlich der Stadt Solo, liegt die für Wissenschaftler bedeutende Fundstätte von Fossilien des Homo erectus javanicus, einem Vorfahren des modernen Menschen. Die Grabungsstätte namens Sangiran Early Man Site begleitet ein kleines Museum, das die Entdeckung des Java-Menschen dokumentiert und zu einer Zeitreise in die Menschheitsgeschichte einlädt. Wenige Kilometer westlich des Museums eröffnet ein Aussichtsturm einen weiten Blick über das Sangiran-Tal mit der Grabungsstätte am Bengawan Solo River, die ebenfalls besucht werden kann. Genauso interessant sind auf Java die zahlreichen Tempelanlagen. Eine davon liegt nur wenige Kilometer westlich von Solo inmitten eines Parkgeländes: Borobudur.

Diese größte buddhistische Tempelanlage in Südostasien entstand nach Schätzungen um 800 und erstrahlt seit Mitte der 1980er Jahre nach umfassender Restaurierung in altem Glanz. Wie eine Pyramide schichten sich die fünf Terrassen aufeinander. Auf dem Weg zur großen Stupa an der Spitze des Bauwerkes kann man entlang der Terrassen eindrucksvolle, detailverliebte Reliefs, Statuen und kleine Stupas bewundern. Viele dieser Kunstwerke zeigen Buddha oder Szenen aus seinem Leben. Beim genaueren Betrachten erfährt man darüber hinaus auch, wie die Menschen verschiedener Schichten auf Java im 9. Jh. lebten, wie sie arbeiteten und sich kleideten. Nicht versäumen sollte man, Candi Mendut und Candi Pawon – den beiden kleineren Tempeln am ehemaligen Pilgerweg nach Borodobur – einen Besuch abzustatten. Den Pawon Tempel, der mit seiner schlanken Form eher an einen hinduistischen Tempel erinnert, zieren an seinen Außenwänden interessante Reliefs und Schnitzereien. Der kleine Mendut-Tempel beherbergt in seiner Hauptkammer unter anderem eine der bedeutendsten Buddhafiguren Javas. Die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens, der Prambanan, entstand um 850 östlich von Yogyakarta. Die drei Tempel widmen sich den Göttern Shiva, Brahma und Vishnu.

Auf weitere Tempel stößt man auf dem Dieng-Plateau, dem „Wohnsitz der Götter“, und einer auch sonst überaus sehenswerten Gegend bei Wonosobo. Die von Vulkanen umgebene Hochebene fasziniert auf rund 2.000 Metern mit üppigem Grün und herrlich grün oder gelb schimmernden Seen, deren Schwefelgehalt das Gebiet in sanften Nebel hüllt. Ein besonderes Naturphänomen bietet hier der scheinbar doppelte Sonnenaufgang. Übrigens herrschen auf Dieng tagsüber Temperaturen um 15 Grad Celsius, einen warmen Pullover mitzunehmen kann also nicht schaden. Den braucht man an Javas Traumstränden ganz sicher nicht, herrschen jenseits der höheren Lagen doch ganzjährig Lufttemperaturen um die 30 Grad und Wassertemperaturen von mindestens 27 Grad. Während die Südseite Javas viele unzugängliche Steilküsten prägen, findet man entlang der anderen Küsten idyllische Badebuchten oder breite Sandstrände – die schönsten übrigens an West- und Ostküste. Oft reicht der Dschungel bis dicht an die tropischen Traumstrände heran, am Balekambang Beach im Südosten steht sogar ein kleiner Hindu-Tempel im Wasser. Unter den wachsamen Augen der Ranger lassen sich am Sukamade Beach unweit des Meru-Betiri-Nationalparks in den Abendstunden sogar Meeresschildkröten beobachten.

Langkawi – kleines Inselparadies vor Malaysias Küste

Zum südostasiatischen Malaysia gehört auch eine beschauliche Inselwelt. Eine der schönsten Inseln liegt vor der Westküste der Malaiischen Halbinsel: Langkawi. Dieses malerische Eiland ist die größte eines aus rund 100 Inseln bestehenden Archipels gleichen Namens und liegt hier ganz im Norden. Auf rund 320 Quadratkilometern breitet sich auf Langkawi ein tropisches Paradies mit kilometerlangen, strahlend weißen Sandstränden aus, an deren Rand Palmen Schatten spenden. Das ganze Jahr über herrschen tropische Temperaturen, die tagsüber meist 30 Grad Celsius erreichen und nachts kaum unter 20 Grad fallen. Wassersportler und Taucher geraten auf Langkawi ebenso ins Schwärmen wie diejenigen, denen der Sinn nach Wellness oder aktiver Erholung steht. Man kann zu ausgedehnten Shoppingbummeln oder Trekkingtouren aufbrechen. Das Hinterland prägen ausgedehnte Regenwälder. Reisfelder und sanfte Kalksteinhügel, deren höchste Erhebung – der Gunung Raya – es auf 890 Meter bringt.

Langeweile jedenfalls kommt auf dieser Insel ganz sicher nicht auf – es sei denn, man legt es genau darauf an. Hält man zwischendurch nicht an, lässt sich das Inselchen innerhalb von rund 90 Minuten umrunden. Doch wer will das schon? Bei Touren stößt man schließlich nicht nur auf liebevoll in die Landschaft gebaute Ressorts, sondern immer wieder auch auf kleine Dörfer, in denen die Einheimischen ihre Traditionen pflegen, und auf einige Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist Pantai Pasir Hitam, der schwarze Strand auf der Nordseite. Wer hier allerdings wirklich durchgehend schwarzen Sandstrand erwartet, wird enttäuscht. Schließlich kennt man solche Naturphänomene von Inseln vulkanischen Ursprungs, was Langkawi nicht ist. Doch die deutlich dunklen Strandabschnitte lassen sich ebenfalls auf natürliche Ursachen zurückführen – es sind Ablagerungen schwarzer Mineralien. Erreicht man das im orientalisch-muslimischen Stil errichtete Touristendorf Oriental Village im Nordwesten, so ist es nicht mehr weit zu einem anderen Naturschauspiel. Eine kleine Straße führt den Berg hinauf zu eindrucksvollen Wasserfällen. Vom Parkplatz geht es ein Stückchen zu Fuß weiter, der kurze Weg hat es allerdings in sich. Am Ende des steilen, schweißtreibenden Aufstiegs belohnen der Blick auf den aus mehreren Kaskaden bestehenden „Seven Wells Waterfall“ und von den Felsplateaus aus eine herrliche Aussicht. Während der Trockenzeit zwischen Januar und März plätschert hier allerdings nur ein Rinnsal.

So eine Wanderung ist zu anstrengend? Dann empfiehlt sich ein Blick von oben, den die Seilbahn ermöglicht. Die Gondeln starten im Oriental Village und schweben rund 2.000 Meter hinauf zum 705 Meter hohen Mount Mat Cincang. Wer sich traut, kann unweit der Bergstation 265 Treppen steigen und dann einen Spaziergang über die spektakuläre Sky Bridge wagen – eine 125 Meter lange Brücke, die in rund 100 Metern Höhe zwischen bewaldeten Felsen eine Schlucht überspannt. Ein weiteres Highlight auf Langkawi ist der relativ zentral auf der Insel gelegene Mardi Agrotechnology Park. Am Hang des höchsten „Berges“ kann man auf einer Rundtour sehen, wie eine Vielzahl bekannter, tropischer Nutzpflanzen auf Plantagen oder in Gewächshäusern gedeiht, darunter Ananas, Sternfrucht und Papaya. Auf Langkawi gehört natürlich auch ein Abstecher in die quirlige Inselhauptstadt Kuah an der Südküste zum Pflichtprogramm. Im Hafenbereich steht am Eagle Square mit der zwölf Meter hohen Adlerstatue Langkawis Wahrzeichen. Und nicht verpassen sollte man einen Besuch der „Underwater World“ mit ihren rund 4.000 tierischen Bewohnern. Zu finden ganz in der Nähe des Cenang Beach, dem neben Tanjung Rhu Beach und Datai Bay beliebtesten Strand auf Langkawi.